märe Ursache nicht in der Entartung der Beinieren
(Hollandismus Ref.) gelegen sei, sondern dass dieser Entartung
mitsammt der Hautaffection und den anderen Symptomen nur
Coeffect einer anderen, tiefer wurzelnden, mehr allgemeinen
Ursache sind. Als solche ist er geneigt, die von Dr.
I. Bestätigende Beobachtungen
1) Fall des Hrn.
2) Fall von demselben. Ein 23jähriger Schiffsknecht,
im Jahre zuvor an Intermittens behandelt, 6 Tage krank, in Folge
eines Brechmittels so heftig afficirt, dass ein Arzt Calomel c. Opio
verordnet hatte. Bei der Aufnahme grosser Collapsus und Prostration,
Puls draht-förmig, Haut sehr blass und kalt, leichte Cyanose.
Später Constipation, mitunter Erbrechen, Appetitlosigkeit bei
guter Zunge, Kälte bei heisser Sommer-Temperaturen. Nach und
nach wurde das Erbrechen anhaltend, die Behandlung blieb vergeblich.
Als man nach 4 Wochen wiederum eine genauere Untersuchung vornahm,
fand man in der Lendengegend, der Achselhöhle und am Halse
sepiabraune Flecke, welche allmählich in die gesunde Hautfarbe
übergingen; Gesicht und Hände hatten eine schmutzigbraune,
kachektische Farbe, viel deutlicher ausgesprochen als früher.
Auf wiederholtes Fragen gesteht der Kranke, dass er schon längere
Zeit an Schmerzen in der Lendengegend gelitten, die auch jetzt nicht
ganz verschwunden waren. Zunehmende Abmagerung und Schwäche,
Erbrechen und Constipation anhaltend, die Pigmentflecke dunkler.
Tod im Marasmus, 8 Wochen nach Beginn der Krankheit. Alte Tuberkulose
der Lungenspitzen, Bronchialdrüsen gesund. Milz, Magen und
Pancreas gesund. Darmfolliken geschwollen und verdickt,
Gekrösdrüsen nicht geschwollen. Leber gross und auffallend
blutreich. Nieren gesund. Beide Nebennieren vergrössert,
ganz und gar tuberculös und zwar so, dass weichere und
rosenrothe Stellen mit härteren, gelben oder gelb-weissen
wechseln; links 3 erbsengrosse Höhlen, aus Erweichung der
Tuberkel entstanden. Die nächst anstossenden Lymphdrüsen
vergrössert und tuberculös.
3) Fall von demselben: 16jähriges Dienstmädchen,
deren Vater 8 Monate nach ihrer Geburt phthisisch gestorben war,
von klein an recht gesund, stets blass und etwas
bräunlich, fortwährend schwach und bei der
geringsten Anstrengung von Herzklopfen geplagt, im 15 Jahre
menstruirt, vor 5 Monaten nach einem Schreck Menstruation
weggeblieben. Seitdem noch mehr hinfällig, stechende Schmerzen
in der rechten Seite, Schwindel und Müdigkeit, Fluor albus;
auch erscheinen an verschiedenen Hautstellen braune Flecken.
Bei der Aufnahme grosse Anämie, kein Nonnengeräusch
an den Carotiden. Gesichtsfarbe hellbraun, auf Stirn, an den
Augenlidern, und auf der linken Wange (auch auf den Armen) dunkle,
beinahe schwarze runde Flecken, scharf begrenzt und etwas grösser
als Sommersprossen. Auch am Halse, dem Handrücken, der Beugeseite
des Ellenbogen-, Schulter und Kniegelenkes, an den Stellen,
wo durch Bänder ein Druck ausgeübt war, endlich am
Gesäss und After zeigten sich sepiabraune, unregelmässige
Fleckchen, welche ohne scharfe Begrenzung in die umgebende gesunde
Haut übergingen. Dabei Schmerz in der Lendengegend, im Rücken
und in Kopfe, Hertzklopfen nur bei Anstrengungen. Anfangs unter Eisen-
und Luft-gebrauch Besserung; später wurde Eisen nicht mehr
vertragen und es blieb ein Gefühl von Druck und Schmerz in der
Magengegend, Mangel von Esslust, öfter Erbrechen oder Durchfall,
mitunter Anfälle von Schluchzen, Schläfrigkeit und Schwindel.
Endlich Zunahme der Anämie und Schwäche, dagegen Vermehrung
des Körperumfanges und der braunen Flecken, so dass das Gesicht
eine ekelhaft braune Farbe annahm. Zuletzt anhaltender Schlummer,
Erlöschen des Pulses, Tod. Schädelhöhle nicht
geöffnet. Starker Panniculus adip., wenig, sehr dünnes
Blut. Lungen gesund. Im Dünn- und Dickdarm starke
Folikelschwellung; die Gekrösdrüsen alle sehr vergrössert,
geschwollen, härter, nicht tuberculös, auf dem Durchschnitt