märe Ursache nicht in der Entartung der Beinieren (Hollandismus Ref.) gelegen sei, sondern dass dieser Entartung mitsammt der Hautaffection und den anderen Symptomen nur Coeffect einer anderen, tiefer wurzelnden, mehr allgemeinen Ursache sind“. Als solche ist er geneigt, die von Dr. Boogaard (und früher von Queckett) in einem Falle gefundene Atrophie des Bauch-Sympathicus zu betrachten, welche vielleicht auch in der Malaria-Kachexie secundär entstehen möge. Ist dagegen die Erkrankung der Nebennieren vorhanden, ohne gleichzeitige Veränderung des Sympathicus, so dürfte die Haut unverändert bleiben, da sie nicht unter dem Einflusse der Beinieren, sondern unter dem der trophischen Nerven stehe. Die einzelnen Beobachtungen geben wir in der früher befolgten Anordnung:

I. Bestätigende Beobachtungen

1) Fall des Hrn. Schmidt (Rotterdam). Ein 48jähriger Landarbeiter, seit 6 Wochen eingesperrt und im Gefängniss erkrankt. Sehr abgemagert, Haut trocken und schuppig, Gesicht schmutzig braun, Lungenkatarrh, Diarrhoe, Fieber, unruhiger Schlaf. Verdichtung der hintern Lungentheile, idiomuskuläre Contractionen der Brust- und Rückenmuskeln auf Fingerdruck. Tod erfolgt unter den Erscheinungen der Lungenphthisie. Bei der Autopsie fand einer der Anwesenden, dass die gelbbraune Farbe des Gesichtes „eigenthümlich“ sei, während andere sie für einen Landarbeiter natürlich erachteten. Die übrige Haut war überall blass. Ausgedehnte Tuberculose der Lungen, des Darmes, der Gekrösdrüsen und Milz, sowie der Nebennieren, von denen die linke beinahe kein gesundes Gewebe mehr hatte, die rechte mehr Gewebe, als Knoten.

2) Fall von demselben. Ein 23jähriger Schiffsknecht, im Jahre zuvor an Intermittens behandelt, 6 Tage krank, in Folge eines Brechmittels so heftig afficirt, dass ein Arzt Calomel c. Opio verordnet hatte. Bei der Aufnahme grosser Collapsus und Prostration, Puls draht-förmig, Haut sehr blass und kalt, leichte Cyanose. Später Constipation, mitunter Erbrechen, Appetitlosigkeit bei guter Zunge, Kälte bei heisser Sommer-Temperaturen. Nach und nach wurde das Erbrechen anhaltend, die Behandlung blieb vergeblich. Als man nach 4 Wochen wiederum eine genauere Untersuchung vornahm, fand man in der Lendengegend, der Achselhöhle und am Halse sepiabraune Flecke, welche allmählich in die gesunde Hautfarbe übergingen; Gesicht und Hände hatten eine schmutzigbraune, kachektische Farbe, viel deutlicher ausgesprochen als früher. Auf wiederholtes Fragen gesteht der Kranke, dass er schon längere Zeit an Schmerzen in der Lendengegend gelitten, die auch jetzt nicht ganz verschwunden waren. Zunehmende Abmagerung und Schwäche, Erbrechen und Constipation anhaltend, die Pigmentflecke dunkler. Tod im Marasmus, 8 Wochen nach Beginn der Krankheit. Alte Tuberkulose der Lungenspitzen, Bronchialdrüsen gesund. Milz, Magen und Pancreas gesund. Darmfolliken geschwollen und verdickt, Gekrösdrüsen nicht geschwollen. Leber gross und auffallend blutreich. Nieren gesund. Beide Nebennieren vergrössert, ganz und gar tuberculös und zwar so, dass weichere und rosenrothe Stellen mit härteren, gelben oder gelb-weissen wechseln; links 3 erbsengrosse Höhlen, aus Erweichung der Tuberkel entstanden. Die nächst anstossenden Lymphdrüsen vergrössert und tuberculös.

3) Fall von demselben: 16jähriges Dienstmädchen, deren Vater 8 Monate nach ihrer Geburt phthisisch gestorben war, von klein an recht gesund, stets „blass und etwas bräunlich“, fortwährend schwach und bei der geringsten Anstrengung von Herzklopfen geplagt, im 15 Jahre menstruirt, vor 5 Monaten nach einem Schreck Menstruation weggeblieben. Seitdem noch mehr hinfällig, stechende Schmerzen in der rechten Seite, Schwindel und Müdigkeit, Fluor albus; auch erscheinen an verschiedenen Hautstellen braune Flecken. Bei der Aufnahme grosse Anämie, kein Nonnengeräusch an den Carotiden. Gesichtsfarbe hellbraun, auf Stirn, an den Augenlidern, und auf der linken Wange (auch auf den Armen) dunkle, beinahe schwarze runde Flecken, scharf begrenzt und etwas grösser als Sommersprossen. Auch am Halse, dem Handrücken, der Beugeseite des Ellenbogen-, Schulter und Kniegelenkes, an den Stellen, wo durch Bänder ein Druck ausgeübt war, endlich am Gesäss und After zeigten sich sepiabraune, unregelmässige Fleckchen, welche ohne scharfe Begrenzung in die umgebende gesunde Haut übergingen. Dabei Schmerz in der Lendengegend, im Rücken und in Kopfe, Hertzklopfen nur bei Anstrengungen. Anfangs unter Eisen- und Luft-gebrauch Besserung; später wurde Eisen nicht mehr vertragen und es blieb ein Gefühl von Druck und Schmerz in der Magengegend, Mangel von Esslust, öfter Erbrechen oder Durchfall, mitunter Anfälle von Schluchzen, Schläfrigkeit und Schwindel. Endlich Zunahme der Anämie und Schwäche, dagegen Vermehrung des Körperumfanges und der braunen Flecken, so dass das Gesicht eine ekelhaft braune Farbe annahm. Zuletzt anhaltender Schlummer, Erlöschen des Pulses, Tod. Schädelhöhle nicht geöffnet. Starker Panniculus adip., wenig, sehr dünnes Blut. Lungen gesund. Im Dünn- und Dickdarm starke Folikelschwellung; die Gekrösdrüsen alle sehr vergrössert, geschwollen, härter, nicht tuberculös, auf dem Durchschnitt

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